Interview Versicherter

Hans-Jürgen Peifer

Fünf Fragen an einen Teilnehmer am Netzwerk Psychische Gesundheit

Herr Peifer, seit wann sind Sie Teilnehmer am „NetzWerk Psychische Gesundheit“ und wie kamen Sie dazu?
Ich nehme seit April 2012 daran teil. Im Oktober habe ich über eine Infoveranstaltung näheres dazu erfahren, danach nahm ich an einem Pressegespräch teil. Es folgten Vorgespräche mit meiner Krankenkasse und mit LEBENSRÄUME. Im März 2012 stellte ich dann den Antrag. Ich hatte lange Depressions- und Burn-Out-Phasen, neige dazu, zu viel zu tun und möchte nach vielen Verlusterfahrungen mit besserer Beratung und Begleitung meine Lebensqualität verbessern.

Wie werden Sie unterstützt und wie sieht Ihr persönliches Netzwerk aus?
Zu Beginn der Sommerferien gab es Kontaktprobleme zu meiner Tochter, diese provozierten die Symptomatik meiner bipolaren Erkrankung mit Borderline-Persönlichkeit. Mit meiner Fallmanagerin konnte ich mein bestehendes Netzwerk durchsprechen. Gemeinsam haben wir Hilfen beim Jugendamt, der Caritas-Beratungsstelle, meiner gesetzlichen Betreuerin und beim Neurologen abrufen. Durch die schnelle Hilfe konnte mit relativ leichten Medikamenten ein Fortschreiten der
Symptomatik und ein Klinikaufenthalt vermieden werden.

Welche weiteren Angebote nutzen Sie im Netzwerk?
Im Sommer habe ich einen dreimonatigen Psychoedukationskurs besucht und demnächst werde ich den Rückzugsraum testen. Da ich ein Problem mit neuen Räumen habe, möchte ich mich mit dem Angebot vertraut machen, damit ich bei akuter Symptomatik besser zurechtkomme.

Welche Vorteile gibt es für Sie als Teilnehmer?
Früher zog ich gleich alle Register, steigerte mich hinein. Heute sehe ich die Unterstützung als eine Art „Personal-Training“. Ich erfahre eine sehr professionelle Strukturhilfe und eine Bestärkung. Meine Fallmanagerin koordiniert, ich muss mich persönlich nicht lange erklären, werde bei den Netzwerkpartnern schnell verstanden und fühle mich gut aufgehoben. Die Unterstützung gibt mir die Kraft und die Perspektive weiterzumachen, ohne mich dabei kaputt zu laufen.

Welche Ziele verfolgen Sie im Netzwerk?
Ich möchte mein Leben mehr zur Ruhe bringen, meinen Standpunkt klarer finden, mich weniger gefährden und mit Hilfe des Netzwerks die bestehenden Sozialkontakte auch in schwierigen Situationen halten können. Durch das Einüben neuer Herangehensweisen möchte ich alte Verhaltensmuster überwinden und lernen, ohne Symptomatik auf Probleme zu reagieren. Langfristig strebe ich eine höhere Selbstständigkeit mit weniger Sitzungen im Netzwerk an.